Die GEDOKmuc gibt ihren Mitgliedern jeweils im August die Möglichkeit eines vierwöchigen Artist-in Residence-Programms im Nelimarkka Museum Finnland, der ehemaligen Sommerresidenz des finnischen Künstlers Nelimarkka, gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München im Rahmen internationaler Kulturprojekte. Im Austausch besuchen uns finnische Künstlerinnen und arbeiten in einem Studio in den DomagkAteliers.
Finnland, ein großes Land mit vergleichsweise wenigen Einwohnern, besticht durch seine atemberaubende landschaftliche Schönheit. Die einzigartigen klimatischen und topographischen Gegebenheiten spiegeln sich im Lebensstil der Menschen wieder. Alajärvi, eine kleine Stadt im Westen Finnlands mit etwa 10.000 Einwohnern, strahlt eine ruhige und beschauliche Atmosphäre aus. Bekannt wurde Alajärvi durch den Architekten und Designer Alvar Aalto, der dort einen Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte und später regelmäßig zur Erholung zurückkehrte.
Die Residency-Unterkunft liegt relativ abgeschieden inmitten lockerer Bewaldung, nur 500 Meter vom Museum entfernt. Das Haus bietet eine gut ausgestattete Küche sowie ein Atelier/Schlafzimmer.
Derzeit haben wir in München zu Gast Mari Hallapuro (geb. 1985), sie ist eine finnische bildende Künstlerin und Grafikerin. Sie lebt und arbeitet in Järvenpää, Finnland. Bis Ende August 2026 arbeitet Mari im Atelier der DomagkAteliers als GEDOKmuc Artist in Residence Künstlerin.
Hallapuro arbeitet hauptsächlich mit traditionellen Tiefdrucktechniken wie der Schabkunst (Mezzotinto), Kaltnadelradierung und Radierung. Die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens bildet das Zeichnen nach Beobachtung. Ihre Werke sind häufig von der Natur, Landschaften und Waldszenen inspiriert.
In ihrer Arbeit verbindet Hallapuro den langsamen Arbeitsprozess des Tiefdrucks, alte und traditionelle Techniken, eine dunkle Bildsprache sowie eine selbst entwickelte, jenseitige Symbolik zu neuen inneren Landschaften.
„Die Residency ist perfekt für ruhiges, ungestörtes Arbeiten, fernab von Hektik, Stress oder anderen Ablenkungen. Noch nie haben sich Tage so lange angefühlt, die Zeit scheint hier langsamer zu vergehen, die Geräusche der Natur, der Wind und der Regen durchbrechen die Stille.“ Mariella Kerscher, 2025
„Diese Residenz in der Villa Nelimarkka war für mich eine außergewöhnlich inspirierende Zeit, in der sich künstlerisches Schaffen und persönliches Leben auf besondere Weise verbanden. Ich kehrte mit neuen Impulsen, vertiefter künstlerischer Praxis und großer Dankbarkeit zurück.“ Katharina Lehmann, 2024
„Die Zeit in der Villa Nelimarkka war für mich eine zutiefst inspirierende und horizonterweiternde Erfahrung, deren Wirkung ich oft erst im Nachhinein vollständig spüre. Noch immer zieht es mich gedanklich zurück nach Finnland.
Als Fotografin habe ich Orte entdeckt, an denen die Zeit stillzustehen scheint – Orte, die eine ganz eigene Stimmung und Lebenshaltung ausstrahlen. Während meiner Residency hatte ich außerdem die Möglichkeit, verschiedene kulturelle Einrichtungen zu besuchen, darunter das Kulturzentrum in Lapua, auf dessen Gelände sich mehrere Museen sowie ein weiteres Residency-Programm befinden.“ Julia Smirnova, 2022
"Ich war 2023 im Rahmen des Artist in Residency Programms in Finnland zu Gast in der Villa Nelimarkka. Während meines Aufenthalts entstand das Projekt „searching for aino“. In analogen Doppelbelichtungen auf S/W-Negativfilm verband ich Archivbilder aus dem Alltag von Aino Aalto mit Details, Entwürfen und Arbeitsmaterialien vor Ort. Die bewusste Entscheidung für analoges Filmmaterial schafft einen poetischen Zugang – passend zu Aino Aaltos analoger Welt." Kirsten Kleie, 2023