Patterns of Body – Patterns of Space
Eröffnung 27.11.2025, 19 Uhr
Wir begrüßen neue Mitglieder der Sparte Bildenden Kunst:
Elena Carr, Christiane Fleissner, Esther Irina Pschibuls, Julia Schewalie, Eva Lucie Triftshäuser.
Die Bewegung innerhalb eines Körpers und die zwischen Körper und Raum hat immer etwas mit Grenzen zu tun: Den eigenen inneren und äußeren Grenzen, den Schwellen des Raumes, der einen umgibt, aber auch mit Grenzerfahrungen, die Blicke und Denkräume erweitern und neue Betrachtungsperspektiven frei setzen.
Die Ausstellung Patterns of Body - Patterns of Space vereint die Arbeiten von Künstlerinnen, die sich im Ausloten von Körper, Fläche und Raum, zwischen Systematisierung und Spiel, Repetition und Aufbrechen, Grenzziehung und Entgrenzung bewegen. Mit den Mitteln der Kunst entwickeln sie Räume, die uns spezifische, teils spielerische Blickwinkel auf komplexe Gefüge des Inneren und Äußeren eröffnen.
Nina Annabelle Märkl, Kuratorin
Christiane Fleissner beschäftigt sich in ihrer Arbeit „Ewigkeit für Anfänger“ mit der Illusion einer linearen Zeiterfahrung und deren Auflösung zugunsten einer verdichteten Erfahrung der Zeitverschmelzung, die sie teils über eigene körperliche Extremerfahrungen in ihre Kunst übersetzt und sie so greifbar macht.
Die Trockenhaube von Elena Carr lädt als Spielskulptur und poetische Setzung dazu ein, alltägliche Rahmungen zu sprengen und den Moment als Reservoir von Handlungs- und Möglichkeitsräumen zu begreifen. Die Text-Bild-Montagen, die Carr mit Tusche und Wachskreidestiften auf Papier krakelt, wimmeln von Figuren, die aus der Wiederholung der immer gleichen Gesten entstehen. Sie verteilen sich über das Blatt, bilden dabei Schwärme und lose Formationen. Satzfetzen und Notizen hinterlassen Spuren von Interaktion.
Eva Lucie Triftshäuser behandelt in ihrer Malerei und Zeichnung den Menschen als komplexes und widersprüchliches Wesen. Besonders die Zeichnungen zeigen in der Reduktion auf Linien und Grauwerte sensibel wie direkt die Gleichzeitigkeit und Verwobenheit ambivalenter Aspekte als betrachtbare Konstellationen auf, ohne sie zu Ende zu erzählen.
Esther Irina Pschibuls Arbeiten sind zugleich expansiv und fragmentarisch: Zeichnungen auf dem Boden erweitern die menschlichen Skulpturen in den Raum, Fehlstellen verweisen auf die Abwesenheit von etwas sehr Zentralem, Unergründlichem jedoch Wesentlichem, in einem Spannungsfeld aus Natur, Instinkt und Zivilisation und laden dazu ein, die eigene Position in diesem fragilen Gleichgewicht zu hinterfragen.
Die Arbeiten von Julia Schewalie sind scheinbar gegenstandslos. Zugleich überführt die Ordnung der exakt gegliederten Bildfläche sowohl in den Raum vor dem Bild indem sie die äußere Lichteinwirkung aufgreift, als auch in die Tiefe der Reliefoberfläche selbst und verweist so auf einen Gegenstand des künstlerischen Forschens: Die Unterschiede im Repetitiven, auf den ersten Blick gleich Erscheinenden und die Faszination, die in der Betrachtung der zarten Veränderung liegt, die in der Permutation zu Tage tritt.