Die welcome-Ausstellung verwandt unserer Künstlerinnen in Bildender Kunst und Literatur versammelt Arbeiten über Verbindung, Zugehörigkeit und die Grenzen zwischen uns und unserer Umwelt. Im Mittelpunkt stehen Beziehungen zu Körper, Natur, Tieren, Erinnerung und Gemeinschaft sowie die Frage, was wir als vertraut oder fremd empfinden. verwandt lädt dazu ein, Grenzen zwischen Mensch und Tier, Natur und Kultur sowie zwischen dem Eigenen und dem Anderen neu zu betrachten. Claude Jones, Kuratorin

Wir begrüßen
Manuela Braunmüller
Tanja Fender
Johanna Gonschorek
Janna Jirkova
Anja Sturmat
Stefanie Unruh
Franziska Windolf

Im Zentrum der fotografischen Arbeit von Manuela Braunmüller steht das Verhältnis zwischen Mensch und Tier; dabei hinterfragt sie die ethischen und ökonomischen Strukturen, die den Wert des Individuums bestimmen. Ausgehend von der genauen Beobachtung unserer Beziehungen zu Tieren im Alltag sowie der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Archiven entwickelt sie ihre fotografische Bildwelt. Diese erweitert sie um Film, Sound und Poesie und bringt Tieren eine Wertschätzung entgegen, die über ihren vermeintlichen Nutzen hinausgeht und deren Leben als Selbstzweck begreift.

Tanja Fender ist freischaffende bildende Künstlerin in München. In Skulptur, Zeichnung und Installation erforscht sie das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur sowie Fragen von Verwandlung, Identität und hybrider Existenz. Menschliche und tierische Merkmale verbinden sich zu eigenständigen Wesen, in denen Verletzlichkeit, Empathie und die Ambivalenz des Daseins sichtbar werden. Das Kreatürliche und die Natur bilden das Fundament ihrer Arbeit und erscheinen als fragile wie kraftvolle Formen zwischen Vertrautheit, Fremdheit und Wandel.

Janna Jirkova ist eine multimediale Künstlerin, die in den Bereichen Medien, Installation und Performance arbeitet. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist das Zusammenspiel von Körpern, Individuen und ihrer Umgebung sowie deren mediale und technische Konstruktion. In der Arbeit eröffnet sich ein Raum zur Reflexion über unsere Wahrnehmung von Natürlichkeit und Künstlichkeit, in dem dazu angeregt wird, die Grenzen zwischen Körper und Technologie, Selbst und Umwelt nicht als gegeben zu betrachten, sondern als etwas, das es immer wieder neu auszuhandeln gilt.

In ihren Geschichten verhandelt Anja Sturmat zeitlose zwischenmenschliche Begebenheiten; Missgeschicke und Spannungsfelder, die uns in allen Altersstufen beschäftigen. Ihre Lektorin schreibt: „Kleine Momente, über die wir im Alltag hinweg eilen, zeigen sich plötzlich als Spalt, durch den man in andere Möglichkeiten schlüpfen kann.“ Anja Sturmat hat in Anthologien, im Radio und online veröffentlicht. Im November erscheint ihr Erzählband Anstimmen, aus dem sie lesen wird.

In ihren künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Stefanie Unruh mittels Skulpturen, Videos, Fotografien und Installationen mit der Frage nach Identität, mit Spuren und Erinnerung, mit Dokumentation und Fiktion. Ausgehend von Recherchen und mit einem konzeptionellen Ansatz hinterfragt sie gesellschaftliche Diskurse und Wertvorstellungen, die in unsere kulturellen, ästhetischen und sozialen Praktiken eingeschrieben sind.

Franziska Windolf verhandelt in ihrer Arbeit Fragen des kollektiven Gedächtnisses. Vergangenes entzieht sich oft der direkten Formulierung und manifestiert sich in unerwarteten Formen – in jenen Zwischenräumen, die dem Flüchtigen und Poetischen Raum geben. Im Zentrum von Windolfs Arbeit steht, wie solche Prozesse des Erinnerns durch die Kunst nach außen treten, reflektiert und für die Zukunft geteilt werden können. Ausgehend von konventionellen Formen des Gedenkens schlägt sie das Konzept eines „inneren Monuments“ vor, getragen von der Spannung zwischen institutionalisiert und persönlich, Wandel und verbindender Emotionalität.

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Franziska Windolf
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